Menschlichkeit und Mann und Frau: Utu Na Undugu

A Gathering of Vision in a Time of Change

Von Mary Noble, GB und Iet Veenland, Niederlande

So lautete das Thema einer internationalen Konferenz, die von Feminenza in Unterstützung mit UNESCO PEER Culture of Peace Network der Region um die großen Seen in Afrika auf dem UN-Gelände in Nairobi, Kenia, im Januar diesen Jahres abgehalten wurde. Die UNESCO ist eine der ältesten Organisationen der Vereinten Nationen, sie wurde am 6. November 1945 gegründet. UNESCO steht für United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization, Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation. Ihre Mission reicht weit über den Bau von Klassenzimmern in krisengeschüttelten Ländern oder die Publikation von wissenschaftlichen Neuerungen hinaus. Die UNESCO wurde mit der Aufgabe betraut, „den Frieden im Geist des Menschen zu verankern“.

„Ausgehend vom afrikanischen Konzept Ubuntu (Menschlichkeit) besteht ein Kernanliegen der Konferenz über Menschlichkeit zwischen Mann und Frau darin, dass wir als Menschheit die Probleme der Welt nicht ansprechen können, ohne gleichzeitig die Themen, inneren Einstellungen und Verhaltensweisen anzusprechen, die eine Abkehr von der Menschlichkeit darstellen und die uns immer noch davon abhalten, ein Teil der Lösung zu werden. Wollen wir immer noch ein Teil der Probleme sein? In diesem Zusammenhang bietet die Konferenz einen Raum für Visionen, wie wir uns der Herausforderung stellen, die Art und Weise der Wahrnehmung und der Wertschätzung von Frau und Mann neu zu definieren und zu verbessern. Ein Gender alleine kann die Probleme der Welt nicht lösen. Wenn beide Gender, Mann und Frau, im Dienste der Menschlichkeit zusammenkommen gibt es jedoch eine Chance...“

Der Titel der Konferenz lautete in Suaheli Utu na Undugu und bezieht sich auf Menschlichkeit in dem Sinne, dass Männer und Frauen Brüder und Schwestern sind. In der afrikanischen Tradition ist eine natürliche Menschlichkeit (bekannt als Utu oder Ubuntu) tief verwurzelt: eine starke Wertschätzung füreinander und ein natürliches Verantwortungsgefühl des Einzelnen für sein Leben, seine Familie und seine Gemeinschaft. Utu na Undugu stellt uns vor die Herausforderung, eine höhere Wahrnehmung von Menschlichkeit anzustreben, basierend auf dem Verständnis, dass wir als Menschen alle Brüder und Schwestern sind im folgenden Sinne: Wenn der Wert eines Einzelnen geschmälert wird, trifft das die gesamte Menschheit.

“Einerseits beginnt sich ein neues globales Bewusstsein zu kristallisieren, ein Gefühl der Zugehörigkeit füreinander, das rassen-, religionszugehörigkeits- und genderübergreifend ist; ein Wissen, dass wir in Wahrheit alle Brüder und Schwestern sind. Dieses wachsende Gefühl ruft nach einer anderen Antwort und Verantwortung bei der Erschaffung einer globalen Gemeinschaft, in der die Werte Respekt, Fürsorge und Würde jedes Lebewesens, ungeachtet der Genderzugehörigkeit, ein wesentlicher Bestandteil jeder Gemeinschaftsstruktur sind. Andererseits vernehmen wir einen gewaltigen Ruf der Verzweiflung in Nationen rund um den Globus auf der Suche nach neuen Lösungen für eskalierende Armut, Krankheiten, Krieg, Terrorismus und Schädigung der Umwelt.“.

Vier Tage lang arbeiteten 230 Leiter von Nicht-Regierungsorganisationen aus 18 Ländern – hauptsächlich aus der Region der Großen Seen in Afrika, die eng mit dem Culture of Peace Network der UNESCO in Verbindung stehen – an den wichtigsten Herausforderungen, die in Punkto Verständnis zwischen Mann und Frau und der Neudefinierung traditioneller Geschlechterrollen bestehen. Podiumsdiskussionen über eine neue Definition von Weiblichkeit, positive Männlichkeit und Menschlichkeit zwischen Mann und Frau verdeutlichten die Rolle, die Frauen und Männer in Afrika als Motoren der Veränderung bereits spielen, indem sie dazu beitragen, die Eskalation von Kriegen und Konflikten zu mindern, Umweltzerstörungen entgegenzuwirken, Friedensinitiativen und Kooperativen in den Bereichen Bildung und Gesundheit aufzubauen und die Demokratie zu fördern. Die Teilnehmer der Konferenz – Lehrer, Universitätsprofessoren, religiöse Führer und Jugendarbeiter, Leiter von Waisen- und Frauenhäusern und von Wirtschaftsunternehmen, Mediziner etc. – tauchten in eine Atmosphäre ein, in der sie sich frei austauschen, neue Denkansätze erforschen, Freundschaften schließen und neue Wege der Vergebung beschreiten konnten. Das internationale Netzwerk Feminenza machte diesen Prozess möglich, indem es neue Denkansätze vorstellte und Workshops zu Themen wie Gender, Lebensalter, natürlicher Führungsstärke, Vergebung und Menschlichkeit anbot.

Ein Grundgedanke wob sich wie eine Leitlinie durch alle Podiumsdiskussionen, Gespräche und Vorträge, welche sich mit den Herausforderungen und Fortschritten im Kampf gegen Beschneidung, Zwangsehen, Gewalt gegen Frauen und Aids beschäftigten: Eine Besserung ist möglich, indem wir unsere Auffassung über Mann und Frau aktualisieren und indem wir lernen, vermehrt Verantwortung als Mann und Frau zu tragen, nach Menschlichkeit zu streben, sie zu wahren und zu vergeben.

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