Die Erde, der kunstreiche Planet

Von Sus Friis Jorgensen, Dänemark

Immer war die Erde für Künstler eine Quelle der Inspiration, angefangen bei den Höhlenmalereien bis hin in unsere heutige Zeit. Der Planet inspiriert die modernen Maler, Musiker, Tänzer, Autoren, Schauspieler, Filmemacher, jeden, der sich in irgendeinem Medium qualifiziert ausdrücken will.

Der Planet Erde ist selbst auch ein vortrefflicher Künstler, der seine Fertigkeiten über die Jahrmillionen hinweg verbessert hat. Erstaunlich vielfältig und immer intelligent und gekonnt sorgt er für den Lebensraum der Menschen und bringt Blumen, Bäume und Tiere in einer endlosen Artenvielfalt hervor. Seine Kunst wird durch die natürlichen Gesetze regiert, von denen die vier Jahreszeiten nur ein Ausdruck von vielen sind.

Der Planet ist ein funktionaler Künstler – alles hat seinen Sinn und Zweck. Hinter den mächtigen weißen und schwarzen Streifen eines Zebras, hinter dem farbenfrohen Ausdruck des Goldlaubfroschs aus Neuseeland, dem rothalsigen Fregattvogel von den Galapagosinseln oder der schwarzen Lilie in Jordanien liegen Absichten verborgen - anzuziehen, abzustoßen, zu tarnen, zu schützen und vieles mehr. Setzt man sich mit diesem Farbgebrauch und ihren Funktionen in der Natur näher auseinander, kann man nur staunen, wie intelligent unsere Erde ist.

Lebendige, energetische Kräfte durchströmen den Planeten, immer in Abhängigkeit vom ökologischen Gleichgewicht der jeweiligen Region. Wir kennen das aus eigener Erfahrung. Je ausgeglichener wir sind, desto mehr Kräfte können strömen und sich entfalten. Wenn der Verdauungsapparat aus dem Gleichgewicht geraten ist, wird es schwierig, Nahrung zu verarbeiten und zu verdauen. Wir essen dann ein oder zwei Tage nichts, bis das Gleichgewicht wieder hergestellt ist. Auch der Planet Erde setzt selbstgenerierende Kräfte ein, um gestörte Gleichgewichte wieder in Takt zu bringen. Interessant, dass die Farbe Grün im Mittelpunkt der 7 Farben des Regenbogens liegt. Ist Grün die harmonische Mitte der Farben, dann würde das bedeuten, dass die unendliche Vielfalt an Grün, die die Erde hervorbringt, harmonisierende, ausgleichende Wirkung hat.

Sonnenaufgang und Sonnenuntergang sind Zeiten eines besonderen Gleichgewichts, wo die Energien intensiver strömen und zumindest Tier- und Pflanzenwelt stark beeinflussen. Von Goethe und anderen Wissenschaftlern wissen wir, dass, wenn Licht und Dunkel aufeinander treffen, rötlich-gelbe und cyan-blaue Farben interagieren und Grün erzeugen. Und hier begegnet uns das natürliche Gesetz der Drei, das unter anderem besagt, dass wir zu einem bestimmten Zeitpunkt nur zwei Teile physisch wahrnehmen können, auch wenn drei Teile präsent sind. Nun, Blau und Gelb sind sichtbar, wenn Licht und Dunkel sich treffen, das Grün bleibt verborgen. Und ist trotzdem präsent, wieder „in der Mitte“, diesmal nicht des Regenbogens, aber am Übergang von Tag zu Nacht und umgekehrt.

Kann es darum auch sein, das die grüne Vegetation in der Interaktion zwischen der blauen Ausstrahlung unserer Erde (denn blau ist die Farbe, die man aus dem Weltall von unserer Erde wahrnimmt) und dem gelben Licht der Sonne entsteht? Kurios, denn in allen Regionen der Erde, auf denen Vegetation vorkommt, ist die Grundfarbe der Vegetation immer Grün, erst die Blüten und Früchte einer Pflanze nehmen i.d.R. andere Farben an. Warum, frage ich mich, bleiben im Herbst gelb-rötliche Blätter zurück? Könnte es sein, dass die blaue Energie unserer Erde im Herbst schwächer ist?

Da der Planet ständig bemüht ist, Gleichgewicht herzustellen und zu erhalten, sollten auch wir achtsam mit ihm umgehen. Natürlich erschwert heutzutage die Orientierung am industriell erwirtschafteten Profit dieses Aufrechterhalten eines Gleichgewichts, zerstört sogar immer wieder dieses Gleichgewicht und erschwert den gleichmäßigen Fluss planetarischen Kräfte. Ich finde es immer wieder bemerkenswert, das Tomaten, die in einer künstlichen und unausgeglichenen Ökologie produziert werden, niemals so schmecken wie die aus dem eigenen Garten. Vielleicht gerade deswegen, weil alleine schon die künstlich geschaffene Umwelt, in der die Tomaten großwerden, entfremdet ist vom Fluss planetarischer Kräfte?

Wenn wir einen Künstler wertschätzen, dann hängen wir sein Bild in unsere Wohnung oder hören seine Musik. Wie kann ich eigentlich die Wertschätzung für die Erde ausdrücken? Eine Art und Weise, die seit Jahren für mich selbstverständlich ist, liegt für mich im Arrangieren von Blumensträußen. Jede einzelne Blume ist Teil und Ausdruck unserer Erde, und während ich den Blumenstrauß zurechtmache, denke ich daran, wie reich und vielfältig dieser Heimatort Erde ist, immer unterstützend, niemals fragend. Wenn wir Menschen so sein könnten, wie viele Probleme würde es dann nicht mehr geben?

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