TOPAZ 11. Ausgabe 2004
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Lebenswerte Zukunft und Spiritualität

Von James Smith, England

Wege in eine lebenswerte Zukunft zu entdecken ist die große Herausforderung unserer Zeit. Wenn solche Wege nicht gefunden werden, sieht die menschliche Zukunft düster aus. Offensichtlich führt der jetzige Weg rapide in ein Desaster. Ein Blick in irgendein Buch über globale Trends bestätigt das sofort. Der „Global Environmental Outlook”, herausgegeben von dem „United Nations Environment Programme” (UNEP), listet eine Fülle erstaunlicher und sehr bedrückender Trends auf.

Die Menschheit hat zwei Optionen. Setzt sich der gegenwärtige Trend fort, bedeutet das schlimmstenfalls die Vernichtung der Menschheit, bestenfalls sehr viel weniger Menschen in einer verarmten Welt. Die zweite Option ist, die Herausforderungen anzunehmen, die Menschheit wieder auf einen gesunden Pfad zurück zu bringen und Wege in eine bessere Zukunft zu finden.

Die Gründe, warum die Menschheit mit solch enormen Problemen konfrontiert ist, sind vielschichtig. Bevölkerungswachstum, gesteigerter Verbrauch materieller Ressourcen und höhere Ansprüche belasten die Erde immer stärker und bedeuten Herausforderungen, deren Bewältigung kaum zu leisten ist. Wir haben einen materialistischen Götzen geschaffen, der keine wirkliche Befriedigung oder Sinn in unser Leben bringt.

Ein bedeutsamerer Faktor ist, dass wir in einer Zeit schneller, enormer Veränderungen leben. Man ist versucht, diese Veränderungen als Ergebnis menschlicher Bemühungen zu sehen, aber das ist nur ein Teil des Gesamtbildes. Denn auch unser Universum strebt danach, fortzuschreiten und sich zu entwickeln, so wie wir es in der Menschheit sehen. Dieser universelle Drang nach Entwicklung ist möglicherweise stärker als der menschliche und beeinflusst das Geschehen auf unserer Erde. Neue und höhere universelle Einflüsse wollen sich so in unserer Zeit epochaler Veränderungen geltend machen. Und die Weiterentwicklung des Menschen sollte sich diesen Einflüssen und ihren Gesetzen öffnen und sich nicht auf die materielle Weiterentwicklung fixieren.

In der alten Epoche war es nur einigen wenigen außergewöhnlichen Menschen vergönnt, sich auf eine Weise zu entwickeln, dass sie ihre irdische Existenz transzendieren konnten. Nun aber ist eine Zeit angebrochen, in der die Schöpfungsgesetze auf der Erde sich immer mehr durchsetzen. Angesichts dessen wird immer klarer, dass wir alle gleich sind, keiner besser als der andere. Jetzt kommt es nur noch darauf an, welche Wahl wir in unserem Leben treffen und ob wir unser Leben mit den überplanetarischen Zwecken der Schöpfung in Übereinstimmung bringen können. Allerdings scheint die Menschheit dem Zeitplan hinterherzulaufen.

Wir erleben, dass viele etablierte Strukturen zusammenbrechen, besonders Strukturen, die dem Schöpfungszweck zuwiderlaufen. Die Menschheit muss sich nun der Herausforderung stellen, neue Strukturen zu entwickeln, die mit dem Schöpfungszweck übereinstimmen. Deswegen kommen wir Menschen nicht umhin, die Schöpfungsgesetze zu erforschen und unseren Platz darin zu finden. Wir müssen die Templates (Grundmuster) dieser neuen Strukturen suchen und entdecken.

Auch unter einem anderen Gesichtspunkt ist es wichtig, so nach vorne zu schauen. Wenn wir versuchen, die Probleme der alten Epoche zu lösen, werden wir keine Lösungen für die neue Epoche finden. Wir sollten besser den Blick in die Zukunft richten, um herauszubekommen, was jetzt zu tun ist. Wir sollten Fortschreiten und Erneuerung anstreben statt Reparatur des Bestehenden.

Um in diesem Sinne neue Strukturen zu entdecken, braucht es eine Entwicklung des menschlichen Potentials, durch die Innovation und neue Ideen freigesetzt werden. Die Wissenschaft erzählt uns, dass wir derzeit nur einen kleinen Teil unseres Potentials nutzen. Auch ist klar, dass die Menschen im Laufe der Zeit immer größere Fertigkeiten und Fähigkeiten entwickelt haben. Das bestätigt uns die Geschichte der Menschheitsentwicklung von der Steinzeit bis heute. Somit wird in der künftigen Epoche das Potential des Menschen weiter wachsen.

Es ist also nötig, dass die Wissenschaften vom Menschen versuchen, sich mit seiner Weiterentwicklung auseinander zu setzen. Denn nur wenn wir hartnäckig darauf bestehen, dass diese Weiterentwicklung stattfindet, werden wir die Wege in eine lebenswerte Zukunft finden. Erfolge in diesem Bemühen um menschliche Entwicklung werden für die ganze Menschheit lebensnotwendig sein.

Wenn wir Wege in eine bessere Zukunft finden wollen, brauchen wir ein Organ, das uns führt und Einsicht in die notwendigen Veränderungen immer neu eröffnet. Der menschliche Geist hat die Fähigkeit, dies zu tun, aber wie jeder weiß, der sich auf eine solche Entwicklungsreise begeben hat, ist es nicht einfach. Ein entwickelter Mensch, der ein spirituelles Leben führt, kennt die Richtung, in die er gehen muss. Ist solch ein Weg einmal gefunden, stellen sich auch die Einsichten und Ideen ein, die in Zukunft benötigt werden. Der Weg in eine lebenswerte Zukunft beginnt also mit persönlicher Entwicklung.

Menschliches Wachstum braucht also persönliche Entwicklung und viele Menschen sind im Laufe der Zeit diesen Weg gegangen, herausragende Einzelpersönlichkeiten, die die Kunst, die Musik und die Wissenschaften hervorgebracht haben, die ihrer Zeit angemessen waren. Heute stehen wir vor einer zusätzlichen Herausforderung, nämlich herauszufinden, was in der Zukunft funktionieren wird. Menschen, die fähig sind, sich zu entwickeln, werden die Wege in die Zukunft finden.

In diesem Sinne ist neues Forschen in vielen Bereichen gefordert. Wie sehen die vielfältigen Beziehungen aus zwischen den Menschen und dem Planeten, auf dem sie leben? In der Natur gibt es viel zu entdecken, wie Systeme sich gegenseitig erhalten: Gleichgewichtszustände, gegenseitige Abhängigkeiten, Verbrauch nur der lebensnotwendigen Dinge, Selbstreinigung - alles innerhalb des Schöpfungszwecks, integriert, nicht entfremdet, und immer im Hinterkopf die Frage, wie mit dem Blick auf das menschliche Potential das neu Gesehene und Erkannte ins menschliche Leben integriert werden kann.

Das ist der Beginn eines persönlichen spirituellen Lebens, das sich nicht auf Dogmen oder historische Traditionen verlässt, sondern sich darauf gründet, was jeder Mensch als Ergebnis seiner eigenen Arbeit als wahr erkennt. Ein Abenteuer in das Unbekannte, herauszufinden, was in der Zukunft funktionieren wird.

Wir leben in Zeiten großer Veränderungen und Herausforderungen, vielleicht der größten, denen die Menschheit jemals gegenüber stand. Gehen wir weiter auf den bisherigen Wegen, erwartet uns Zerstörung. Soll sich grundsätzlich etwas ändern, sind wir aufgefordert, einen großen Sprung zu wagen in das Unbekannte unserer Zukunft. Vielleicht ist gerade diese Zeit die beste, geboren worden zu sein.

Weitere Informationen erwarten Sie unter: www.sustainabilityconsultants.com.

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