TOPAZ 10. Ausgabe 2004
Willkommen
Die Template: Entwicklungsgeschichte voller visionen
Projekt für Frauen, Template des Menschen, Miteinander aller Lebensalter
Klassengestaltung für ADS- Kinder, Garten der Linderung
Intelligenz der Farben, Well Being Sciences, Pentabalance
Musik, Rat & Fürsorge für Sterbende, Geschichtenerzählen
Ease - Tierasyl, Kaleidolight, Die Aura Dusche
Musik von Morgen - Die Sinfonie des Wohlbefindens
Musikalische Landschaften
Neue Templates für eine neue Zeit
Einladung: Farbenfrohes Fest der Künste, CD Vorstellungen
Kleider und persönliches Wachstum

Die Template: Eine Entwicklungsgeschichte voller Visionen

Jeder neugeborene Mensch ist ein neuer Anlauf der Schöpfung auf ihrem Weg zur Vollkommenheit

Autoren: Iet Veenland, Sander Funneman, J. Keuskamp u. L. Kärre

Zu allen Zeiten haben Menschen sich abgemüht, mit sich und anderen und mit dem Leben überhaupt zurechtzukommen. Und immer haben sie Wege, Denk- und Verhaltensmuster gefunden, die ihnen dabei geholfen haben. Diese Wege und Verhaltensweisen haben sich ständig geändert und angepasst, weil Einsichten, Wissen, Erklärungsweisen und Fertigkeiten wachsen. Es ist kaum anzunehmen, dass dieser Entwicklungsprozess mit uns Gegenwartsmenschen zum Stillstand gekommen ist. Wenn die menschliche Entwicklung weitergehen soll, braucht es individuelle und kollektive neue Wege, Denk- und Verhaltensmuster. Damit sind wir bei einem zentralen Motiv des Template Netzwerks. Seine Mitglieder wollen dem, was es in der Zukunft braucht, gewachsen sein, indem sie studieren, recherchieren, sich international austauschen und an ihrer persönlichen Weiterentwicklung arbeiten. Es geht uns darum, Mittel und Wege zu finden, die weitere Entwicklung ermöglichen, eingebettet in natürliche Lebens- und Prozessmuster, Templates, die wiederum harmonisch zusammenklingen mit übergeordneten Templates der Schöpfung. Wir wenden dies in vielen Lebensbereichen praktisch an, in Bereichen nachhaltiger Umweltentwicklung, in Musik und Theater, in der Kunst Geschichten zu erzählen, im menschlichem Umgang miteinander bis hin zu Sterbebegleitung und vielem mehr.

Der folgende Artikel will einige grundsätzliche Voraussetzungen unseres Denkens und unserer Prinzipien vorstellen. Gleichzeitig wollen wir laufende Projekte, über die zum Teil schon in früheren Ausgaben berichtet worden ist, in diesem größeren Zusammenhang darstellen, um so unsere Arbeitsweise verständlicher zu machen.

Was ist eine Template?

Was ist überhaupt eine Template? Webster’s Dictionary, das englische Wörterbuch, definiert eine Template als „etwas, das ein Muster etabliert oder als Muster dient”. Die DNS im Zellkern, die als formendes Lebensmuster dient, bietet sich als naheliegendes Beispiel an. Jeder Teil unseres Körpers mit all seinen verschiedenen Funktionen ist nach dieser Template des DNS-Strangs gebaut. Jede Zelle trägt diesen DNS-Strang, die Informationen für den ganzen Körper, in sich und kann doch ihre spezifische Aufgabe erfüllen. Eine „Template” hat also eine übergeordnete Aufgabe, die mit der Gestaltung, der Ordnung und der Ursache von Dingen zu tun hat. Im Template Netzwerk fassen wir den Begriff der „Template” weiter und fundamentaler, indem wir ihn auf alles beziehen, das in den Weiten des Universums existiert und lebt.

Persönliche Weiterentwicklung

Jeder Mensch ist angelegt, sich zu entwickeln. Wir haben das alle in unserer automatisch ablaufenden körperlichen Entwicklung am eigenen Leibe erfahren. Als Baby waren wir gerade mal in der Lage, Füße und Hände unkoordiniert zu bewegen, dann sind wir gekrabbelt, später konnten wir laufen und schließlich präzise und koordinierte Bewegungen ausführen. Anfangs waren wir unfähig zu sprechen, und jetzt nutzen wir die Sprache, um Dinge zu beschreiben, Geschichten zu erzählen, Gedanken auszudrücken und Gefühle mitzuteilen. Entwicklung findet so ständig aus innerem Antrieb heraus statt, aber entscheidend unterstützt durch anregende äußere Umstände, durch eine förderliche Umgebung.

Aber nicht jede Umgebung erlaubt jede Art von Entwicklung. Ein Beispiel: In jeder Eichel ist die Möglichkeit angelegt, eine Eiche zu werden. Fällt die Eichel auf fruchtbaren Boden, kann sie ein riesiger Baum werden. Einige Eicheln aber fallen auf den Weg oder werden von Eichhörnchen gefressen, lange bevor sie ihre Baum-Bestimmung verwirklichen können. Und doch trägt jede Eichel in sich die Kodierung, zu einer großen Eiche heranzuwachsen. Verhängnisvoll ist nicht diese Möglichkeit, verhängnisvoll sind die Umstände. Die einer Kodierung, einer Template förderlichen Umstände müssen so selbst einer Template entsprechen.
Es gibt eine günstige Zusammensetzung, eine Template des Waldbodens, in dem die Eichel gedeihen und zum Baum heranwachsen kann. So gibt es eine Template der Umstände, landläufig oft als „ideale Umstände” bezeichnet, die den Menschen mit Nahrungsmitteln und Nährstoffen versorgen, die erlauben, dass seine innewohnende Template sich entwickelnd entfalten kann. Wenn wir uns weiterentwickeln wollen, müssen wir uns also der Frage stellen: „Was ist die geeignete Template, die unsere Entwicklung ermöglicht und fördert?” Möchte jemand Klavierspielen lernen, sitzt aber selten am Klavier und will von Klavierlehrern nichts wissen, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass er eine „große Eiche” unter Klavierspielern wird, sehr gering. Überall im Leben, von der Schule, über die Ausbildung, im Beruf und auch in der eigenen Entwicklung gilt also: Es gibt Templates natürlicher Umstände, Wege und Bedingungen, innerhalb derer man leichter wachsen, sich besser entwickeln kann und die es gilt zu finden und zu schaffen.

Im Template Netzwerk sind wir davon überzeugt, dass der Mensch offensichtlich gedacht ist, sich sein ganzes Leben lang zu entwickeln. Diese Entwicklung garantiert die Kontinuität der Evolution des Menschen, ein wachsendes Verständnis seiner selbst, der Welt und des Umgangs mit ihr. In menschlicher Gemeinschaft und in uns selbst wollen wir die Umstände und Rahmenbedingungen, die Templates, finden und schaffen, die diese lebenslange Entwicklung begünstigen. Diese Vision verbindet die Mitglieder des Template Netzwerks in einer Atmosphäre gegenseitiger Achtung, in einem Klima des Vertrauens und des sich gegenseitig Unterstützens, bereit, neuen Wegen gegenüber offen zu sein.

Templates, die wir alle kennen

Die vier Jahreszeiten sind eine uns sehr vertraute Template von Umständen, die die Entwicklung organischen Lebens bestimmen. Ein Apfelbaum zeigt uns diese Template deutlich: Den Winter übersteht er kahl ohne große, sichtbare Lebensäußerung und dann bricht im Frühjahr das Leben hervor in neuen Blättern und Blüten um im Sommer seine ganze Fülle zu erreichen, es folgt der Reifeprozess des Herbstes mit der Vorbereitung auf den nächsten Winter und das nächste Frühjahr. Können nicht auch Prozesse z.B. geistigen Wachstums in eine solche „Jahreszeiten-Template” eingebettet werden? So lebt vielleicht jahrelang in uns der Wunsch Klavier spielen zu können, bis wir eines Tages tatsächlich begeistert den Klavierunterricht aufnehmen und üben, üben, üben. Es kommt dann der Punkt, an dem das Klavierspiel anders zu fließen beginnt und zum ersten Mal wirklich stimmt, und die Befriedigung über das Erreichte weckt den Wunsch, noch mehr zu lernen... und ein neuer Lernprozess kann beginnen.

Eine andere uns vertraute Template eröffnet sich in der Abfolge der verschiedenen Lebensabschnitte, wenn wir älter werden: Jeder dieser Abschnitte präsentiert ein eigenes Muster von Möglichkeiten, Wünschen und Sehnsüchten, Kräften und Fähigkeiten, Verständnissen und Weisheiten und baut die Grundlage für den nächsten Lebensabschnitt. Wenn wir diese Template ernst nehmen, werden wir mit fünfzig kaum versuchen uns wie Zwanzigjährige zu benehmen, sondern die Jüngeren werden aktiv die Weisheit und Erfahrung der Älteren suchen, vielleicht diese Qualitäten durch ihr Suchen erst freisetzen. Es gehört eben zur Template der menschlichen Lebensalter, dass sie sich gegenseitig austauschen und unterstützen, und das versucht das Template Netzwerk zu fördern und zu entwickeln, zum Beispiel durch die Arbeit der holländischen „Stichting Springlevend” („Stiftung Springlebendig”).

Im Template Netzwerk sind wir der Überzeugung, dass das Leben kein Zufall, sondern zielgerichtet ist. Die Jahreszeiten-Template und Lebensalter-Template sind keine vereinzelten Beispiele, sondern Bestandteile einer umfassenden Struktur von Templates, die jedes Leben in dieser Schöpfung miteinander verbinden und sein Wachstum auf einen übergeordneten Zweck ausrichten. Wir Menschen können uns innerhalb dieser naturgegebenen Templates frei entfalten, uns um ihr tieferes Verständnis bemühen und neue Templates entwickeln.

Wir wissen, dass Templates nicht in der Form unangreifbarer Lehrsätze präsentiert werden können. Die Jahreszeiten sind keine schematische Abfolge, für alle betroffenen Lebewesen gleich, sondern jedes Jahr unterschiedlich, für jedes Leben sich anders auswirkend. Auch die
Lebensalter gestalten sich für jedes Menschenleben anders. Außerdem können Templates etwas Dynamisches sein, etwas, das sich noch entwickeln will, an dessen Entwicklung wir Menschen aktiv teilhaben können. Wir liefern also nicht endgültige Antworten, liefern keine fertigen Template-Konzepte, sondern wir begegnen den Templates des Lebens fragend, auch unsere Konzepte immer wieder in Frage stellend. Persönliches Wachstum und gemeinschaftliche Entwicklung können so angeregt werden und eine immer stimmigere Bewältigung der Aufgaben, die uns das Leben stellt.

Der neueste Stand der Template-Arbeit

Viele Menschen engagieren sich bereits in zahlreichen Projekten, die durch die Entwicklung von Templates angeregt worden sind. So arbeiten an der Universität Leiden in Holland Mitglieder des Template Netzwerks mit anderen Wissenschaftlern zusammen, um Krebs besser verstehen und behandeln zu können. Mitglieder des Template-Netzwerks testen zusammen mit anderen Therapeuten Templates natürlicher Methoden, die hilfreich sein können, das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) zu verhindern oder zu heilen. In England erforschen Architekten die Möglichkeiten, die Auswirkungen von Gehirn-Traumata zu lindern, indem sie neue Design-Templates für die Aufenthaltsorte der Kranken erproben. In früheren Topaz-Heften haben wir bereits darüber berichtet.

Aber da gibt es noch einen weiteren wichtigen Aspekt, den wir hier ansprechen möchten. Template-Akropolis nennen wir unser Bemühen, Templates neu zu verstehen, miteinander zu verbinden und neu hervorzubringen, ein Prozess der offenen Suche nach neuem Begreifen, neuen Bezügen und Bezugsrahmen, der Suche nach Wegen des Weitergehens ins Unbekannte, noch nicht Vermessene. Denn wo Entwicklung stattfindet, steht immer Unbekanntes an. In diesem Prozess wird nichts als selbstverständlich vorausgesetzt; denn allzu viele menschliche Talente und Fähigkeiten sind durch die Anstrengungen vergeudet worden, etablierten Vorurteilen zu entsprechen. Deshalb möchte der Template-Akropolis-Prozess selbstgesteuerte Forschung auf den Weg bringen und das Streben aufrichtig freier Köpfe unterstützen. Die Tatsache, dass diese „akropolisierenden” Prozesse im Netzwerk zunehmend Tiefe und Mannigfaltigkeit gewinnen, stärkt in uns die Überzeugung, dass das Template Netzwerk, einem dringenden Bedürfnis unserer Zeit entsprechend, gerade erst begonnen hat, seinen Part zu spielen in der zukunftgerichteten Entfaltung des menschlichen Potentials.
Denn die natürlichen Templates, die wir erschlossen haben, halten ein außerordentliches Potential bereit, uns zu führen und zu leiten. Sie sorgen in ihrem integrierten Zusammenspiel für natürliche Kontexte, Leitlinien, Mittel und Wege usw., wenn wir in einer Akropolis-Zusammenkunft neue und dringliche Fragen beantworten wollen.

In diesem Sinne treffen sich Template Mitglieder regelmäßig auf nationaler und internationaler Ebene zu weiteren Forschungen.
Vor kurzem fand z.B. in Kreta ein internationales Treffen im Akropolis-Stil mit über zweihundert Teilnehmern aus siebzehn verschiedenen Ländern statt. Es ging bei diesem internen, von „Feminenza” gesponserten Treffen darum, neu entwickelte Templates zu erforschen und zu prüfen, die das Verhältnis der Geschlechter verbessern.

Solche Akropolis-Treffen sind in keiner Weise akademisch. Sie erlauben das ganze Spektrum menschlicher Fähigkeiten und Ausdrucksweisen ins Spiel zu bringen. Denn die Templates arbeiten „alle in einer und eine in allen”, ähnlich wie jede Zelle des menschlichen Körpers den Plan des Ganzen in sich trägt und widerspiegelt.
Ein Akropolis-Treffen, das kollektive Intelligenz sammelt und Möglichkeiten vertiefter Wahrnehmung eröffnet, ist für uns genauso wichtig, wie das schon Gebaute unversehrt und rein zu erhalten. So hoffen wir, den Menschen mehr und mehr Möglichkeiten zu eröffnen ihre einzigartige individuelle Template-Reise zu beginnen, und sind gleichzeitig bemüht sichere, konstruktive und intakte Umstände zu schaffen in denen sich das ereignen kann.

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