TOPAZ 9. Ausgabe 2004
Willkommen
Vorlieben und Abneigungen
Pioniergeist der Nordamerikanischen Template
Ausgewogene Ernährungsgewohnheiten
Von Kerlen, Männern, Ehrenmännern
Ehre zwischen Männern
Das XX- und das XY- Geschlecht
Erfolg! Endresultat oder 'Way of life'?
Erstaufführung der "Sinfonia del diletto"

Ausgewogene Ernährungsgewohnheiten - das Ergebnis vieler Entscheidungen

von Claudia Schubert

Viele Menschen spüren, dass sie ihre Ernährungsgewohnheiten langfristig umstellen möchten, sei es um Gewicht zu reduzieren, spezielle Krankheitssymptome zu beheben oder sich einfach rundum besser zu fühlen. Ein Aspekt der Well-Being-Sciences-Arbeit im Template Netzwerk ist das individuelle Austesten geeigneter Nahrungsmittel, da es noch nicht einmal fürs Essen allgemeingültige Pauschalrezepte gibt. Trotzdem finden Sie hier einige generelle Erkenntnisse und Tipps zum Erreichen ausgewogener Ernährungsgewohnheiten.

Essgewohnheiten verändern
Fest steht, dass gerade unser Essverhalten sehr stark von Gewohnheiten geprägt ist. Nicht nur in Bezug auf das, was wir essen, sondern auch wann und wie, mal schnell im Stehen zwischendurch oder in Ruhe an einem schön gedeckten Tisch - wobei Letzteres ganz klar gesünder ist, weil eine ruhige Umgebung und ein Umschalten auf ein langsameres Tempo unsere Nerven beruhigt und die Verdauung fördert. Entscheiden Sie sich dafür und planen Sie ganz konkret, wann, wo und mit wem sie essen wollen und wie entspannt Sie dabei sein werden.

Trinken Sie genug Wasser?
Oft hört man, dass ca. 2 l täglich eine Richtlinie seien und rechnet dann die Menge aller möglichen Getränke zusammen: tagsüber 1/2 Kanne Kaffee, 2 Tassen Tee und 2 Gläser Saft oder Limo, abends Cola und dann 1 Flasche Bier - das scheint ja reichlich, ist es aber nicht, weil für die Verstoffwechselung von koffein-, zucker- und alkoholhaltigen Getränken mehr Wasser gebraucht wird, als sie enthalten. Auf 1 Tasse Kaffee können Sie etwa die doppelte Menge Wasser rechnen, die Ihre Leber dafür braucht, sie zu entgiften und sicher zu den Nieren zu schicken. Deshalb wurde früher in italienischen Eisdielen immer ein Glas Wasser mitserviert.
Vielen Leuten fällt es schwer, genug Wasser zu trinken, und manche verwechseln Durst- mit Hungergefühlen. Gewöhnen Sie sich eine „Wassertrink-Routine“ an wie diese: Stellen Sie sich eine Anzahl hübscher Gläser mit Wasser auf den Schreibtisch und trinken Sie sie innerhalb eines bestimmten Zeitraums aus.

Getreide, Hefe & Co.
Dass Weißmehl keinen hohen Nährwert hat, ist heute allgemein bekannt. Weniger bekannt ist, dass alle gängigen Getreidesorten, wie Weizen, Roggen, Hafer, Gerste und Dinkel das Kleber-Eiweiß Gluten enthalten, und das vertragen Menschen in unterschiedlichen Mengen. Die generelle Unverträglichkeit nennt man Zöliakie oder Sprue; die davon Betroffenen leiden meist unter Durchfällen und Vitaminmangelerscheinungen, ehe die Gluten-Unverträglichkeit als Ursache entdeckt wird; sie ist aber relativ selten. Häufiger findet man eine Form von leichter Allergie, die sich nicht in offensichtlichen Symptomen zeigt (wie z.B. Hautrötung oder Juckreiz), sondern sich durch ein allgemeines Trägheits- und Schweregefühl des Körpers und des Denkens bemerkbar machen kann.
Ein anderer Aspekt des in Deutschland so beliebten Brot-Essens und Bier-Trinkens ist die Hefe. Eine Ernährung mit viel hefe- und zuckerhaltigen Produkten kann das Gleichgewicht der Darmflora zugunsten von Hefepilzen verschieben, deren bekanntester Candida albicans ist. Kommt dann noch eine Antibiotika-Therapie hinzu, ist das Gleichgewicht meist dahin.

Kuhmilch, Fett und Fleisch
Wir beobachten eine zunehmende Anzahl von Menschen, die Kuhmilch und daraus gewonnene Produkte nicht mehr gut vertragen. Ist das der Fall, fühlt man, wie z.B. eine Portion Käse lange schwer im Bauch liegt. Dann ist es ratsam, auf Schafs- und Ziegenkäse umzusteigen, von denen man heute fast in jedem größeren Supermarkt eine schöne Auswahl hat.
Auch Butter ist für viele schwer verdaulich, und das Problem mit den üblichen Margarinesorten ist, dass sie gehärtet und umgeestert sind, wie der Chemiker es nennt. In Bioläden werden mehrere Margarinesorten angeboten, die, wie der Aufdruck besagt, ungehärtet und nicht umgeestert sind.
Ob man Fleisch isst oder nicht ist eine persönliche Entscheidung, unser Verdauungssystem kann es verarbeiten, aber welche Sorten und Mengen ist individuell sehr verschieden. Unsere Testergebnisse zeigen, dass die meisten Schweinefleisch besser vertragen als Rindfleisch, noch besser ist Lamm und Wild, aber am allerbesten werden Geflügel und Fisch vertragen. Und vom Fisch mit seinen wertvollen Fettsäuren essen wir durchschnittlich viel zu wenig.

Obst und Gemüse
Frisches oder auch tiefgekühltes Obst und Gemüse ist ein wichtiger Vitamin-Lieferant und größtenteils gut verträglich. Eingeschränkt verträglich sind Zitrusfrüchte, Erdbeeren und Melonen. Menschen, die entzündliche Erkrankungen haben, auch in den Gelenken, sollten alle Nachtschattengewächse mit Vorsicht essen. Dazu gehören alle Paprikaschoten, Chili, Auberginen und leider auch Kartoffeln und Tomaten.

Herausfinden, was mir nicht bekommt
Es braucht Zeit herauszufinden, was aus der Nahrungsmittelvielfalt einem nicht bekommt. Oft sind es gerade die Lieblingsspeisen, nach denen man fast süchtig ist, oder etwas, von dem man oft und viel isst. Wenn Sie ein oder mehrere Lebensmittel oder eine ganze Gruppe sozusagen ‚in Verdacht haben’, lassen Sie sie doch mal für 4 Wochen komplett weg. Geben Sie Ihrem Körper Urlaub von diesen Dingen - selbst wenn es das tägliche Brot sein sollte - und beobachten Sie, wie es Ihnen und Ihrer Verdauung dann geht. Bevor Sie anfangen, überlegen Sie gut, was Sie anstatt der Dinge, auf die Sie verzichten, essen werden. Und nach den 4 Wochen fragen Sie sich erst mal, ob Ihr Körper das überhaupt wieder in sich haben möchte. Wenn nichts dagegen spricht, essen Sie davon, aber nur einmal, und beobachten Sie dann 2 Tage lang, wie sich das auswirkt. War es unproblematisch, probieren Sie es wieder, aber nehmen Sie sich die Zeit, auf Ihren Körper zu hören, ob, wie viel und wie oft Sie pro Tag oder Woche davon essen können, ohne dass es Ihr Wohlbefinden beeinträchtigt. Denn das Wohlbefinden ist das Allerwichtigste

Das Ändern von Gewohnheiten braucht viel Aufmerksamkeit, gute Gründe und klare Zielsetzungen. Vielleicht haben Sie hier einige Anregungen gefunden.

Literatur:
• F. Batmanghelidij, Your body's many cries for water, 1992, 1995, Global Health Solutions, Inc., Falls Church, ISBN 0-9629942-3-5
• James Braly, Dr. Braly's Food Allergy & Nutrition Revolution, 1992, Keats Publishing, Inc., Connecticut, USA, Kapitel: The Allergy Epidemic
• Porträt einer Heilerin - „Für sich selbst und andere zur Medizin werden“. Topaz nummer 7

Copyright © 2001-2019 Topaz Verein, 57639 Udert/Rodenbach. Alle Rechte vorbehalten.