TOPAZ 8. Ausgabe 2003
Willkommen
Eine musikalische Würdigung
Wettbewerbsdenken
Grundmuster der sakralen Architektur
Manuellen Therapie bei der Behandlung von ADS-Kindern
Humor - Wer lacht gewinnt
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Aktiv Filme sehen
Menschlichkeit - Eine Annäherung an ein großes Thema
Europäische 'Spectrum of Life' Festival

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Menschen, die häufig lachen, kommen im sozialen Leben besser aus. Lachen stärkt das Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen: Menschen, die viel lachen, erleben sich selbst als stark und kompetent und fürchten sich weniger vor Konflikten. Eine Studie des Max-Planck-Instituts hat gezeigt, dass Frauen, die oft und herzhaft lachen, auf Männer attraktiver und anziehender wirken. „Wer lacht, gewinnt.”

Betrachtet man den menschlichen Körper aus elektromagnetischer Sicht, stellt man fest, dass sich im Körper immer wieder statische Energien ansammeln und stauen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Mensch in innere oder äußere Widersprüche oder Konflikte verwickelt ist. Durch ein lautes Lachen werden diese statischen Energien aufgelöst und der Mensch fühlt sich leichter, freier und gelöster. Jeder kennt das Phänomen, dass ein kleiner Witz – der unter anderen Umständen vielleicht gar nicht als lustig empfunden wird – in einer angespannten Atmosphäre im wahrsten Sinn des Wortes „befreiend“ wirkt und die Spannungen in der Luft abbaut. In diesem Sinne wirkt Humor wie ein mentales Heilmittel auf all unsere Systeme im Körper, die unterdrückt werden oder in Widersprüchen gefangen sind, und das ganz ohne den Einsatz von chemischen Mitteln mit all ihren Nebenwirkungen. Ist ein Aspekt von guten Komödien vielleicht die Tatsache, dass sie heilsam auf alle Zuschauer wirken, die unter Anspannung stehen und sich im Ungleichgewicht befinden? Je größer der innere oder äußere Konflikt im Menschen ist, desto größerer Bedarf besteht nach einem Ventil. Die jüdische Volksgruppe, die über die Jahrhunderte weg wiederkehrender Verfolgung und Diffamierung ausgesetzt war, schaffte sich dieses Ventil durch einen ausgeprägten Sinn für Humor, jüdische Witze sind in der ganzen Welt bekannt.

Die „entwaffnende” Wirkung des Lachens machten sich einige Eskimostämme in Grönland bewusst zu nutzen, um Konflikte zu lösen. Hier ist es seit Jahrhunderten Sitte, dass sich zwei verfeindete Stämme oder Sippen Lach- und Singduelle liefern. Diese beiden Gruppen stellen sich gegeneinander auf und fangen dann an zu lachen und zu singen. Ziel ist es, den anderen zum Mitmachen zu bewegen und jegliche Aggressivität zu beenden. Auf diese Weise verwandelt sich der Konflikt in eine große gemeinsame Feier. Wie anders sähe die Welt aus, würde man alle Konflikte auf diese Art und Weise lösen ...

Humor ist allerdings mehr als ab und zu einen Witz zu erzählen und Samstag Abends über eine Comedy-Show im Fernseher zu lachen. Humor ist eine Einstellung dem Leben gegenüber, allen Dingen ihre komische Seite abzugewinnen, das Absurde an täglichen Situationen zu entdecken und Mut zur Lächerlichkeit zu besitzen. Kein Mensch ist perfekt, und die Welt ist nicht perfekt. Und doch erheben wir in unserem Leistungsdenken für uns immer den Anspruch, fehlerlos sein zu müssen. Wir sollten uns die Clowns zum Vorbild nehmen, die weniger intelligent, weniger geschickt, weniger schön, weniger logisch, weniger ... und doch um so viel liebenswerter, freier und lebendiger als der Rest der Welt sind. Hofnarren und Dorftrottel galten im Mittelalter als weise Menschen. Nicht umsonst stammen die Wörter „Witz”, „Wissen” und „Weisheit” etymologisch vom gleichen Ursprung.

Mit einer Prise mehr Humor gewinnt man dem Alltag mehr Lebensqualität ab. Würzen wir doch unser Leben immer häufiger mit einem kleinen Augenzwinkern und einem schalkhaften Lächeln. Spaßen wir doch mehr mit unseren Mitmenschen und lachen wir über unsere Mißgeschicke. Nicolas de Chamfort sagte: „Der verlorenste aller Tage ist der, an dem man nicht gelacht hat.” Und das hoffentlich nicht nur einmal, sondern viele Male.


Das Wort Humor ist lateinischen Ursprungs und geht auf das Wort „umor” = Flüssigkeit zurück. Damit wurden u.a. die Körpersäfte (humores) Schleim, Blut sowie schwarze und gelbe Galle bezeichnet, die in der antiken Temperamentenlehre den Phlegmatiker, den Sanguiniker, Melancholiker und Choleriker in ihrer jeweiligen Besonderheit dominierten. In der Renaissance begann man davon auszugehen, dass ein Mensch dann über einen „guten Humor” verfügt, wenn diese vier „Humores” bei ihm ausgeglichen seien, während eine Person, bei der das Verhältnis unausgeglichen sei, als „humorlos“ galt.

Menschen aus verschiedenen Ländern haben einen unterschiedlichen Sinn für Humor. Das zeigte eine Studie, die von einer Gruppe Psychologen in Großbritannien unternommen wurde. Sie forderten die Besucher auf ihrer Webseite auf, unterschiedliche Witze zu bewerten, und analysierten dann die Einsendungen der über 2 Mio. Teilnehmer. Demnach lachen Menschen aus Irland, Großbritannien, Australien und Neuseeland am meisten über Wortspiele, während Amerikaner und Kanadier Witze bevorzugen, bei denen man sich über andere Leute lustig macht. Franzosen, Dänen und Belgier haben eher einen surrealen Sinn für Humor und lachen am meisten über Witze, die ernste Themen wie Tod oder Krankheit ins Lächerliche ziehen. Deutschland ist interessanterweise die Ausnahme: Die Deutschen finden alle Witze lustig und zeigen keinerlei Präferenzen für eine bestimmte Art von Witz. Somit wurden sie als am Humorvollsten bewertet. Japaner hingegen bewerten die meisten Witze als nicht lustig.

Die Studie zeigte außerdem, dass Witze mit ca. 103 Wörtern auf der Beliebtheitsskala am Höchsten kletterten. Wenn es um Tiere geht, wird interessanterweise am meisten über Entenwitze gelacht – wer also demnächst einen Tierwitz erzählt, sollte eine Ente als Hauptdarsteller wählen. Für wie lustig ein Witz befunden wird, hängt außerdem von der Uhrzeit und dem Tag ab; zu manchen Zeitpunkten lachten die Teilnehmer mehr als zu andern.

Deutschland

„Hier spricht ihr Kapitän“, schallte die Stimme durch den Lautsprecher der Boing 747 von München nach New York. „Im Namen der Besatzung heiße ich Sie an Bord dieses Flugs willkommen. Wir werden eine Höhe von 9150 Metern erreichen, die Außenbordtemperatur wird bei ungefähr Minus 47 Grad Celsius liegen und unsere geschätzte Flugzeit beträgt 8 Stunden und 35 Minuten. Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Flug und bitten Sie, Ihre Sicherheitsgurte anzulegen.“ Und nach einer kurzen Pause fährt er fort: „Aber ich möchte einen Klick hören.“

Holland

Ein kleines Mädchen sitzt auf dem Schoß ihres Großvaters, der ihr eine Gute-Nacht-Geschichte vorliest. Von Zeit zu Zeit sieht sie vom Buch auf und streicht mit ihrer Hand über seine runzelige Backe. Dann berührt sie ihre eigene Backe und fährt wieder über die Backe ihres Großvaters. Endlich ergreift sie das Wort: „Großvater, hat Gott dich gemacht?“
„Ja, mein Schatz“, antwortet er, „Gott hat mich vor langer Zeit gemacht.“
„Oh“, meint sie, „hat Gott mich auch gemacht?“
„Oh ja“, sagt er, „Gott hat dich vor einer kleinen Weile erst gemacht.“
Sie streicht wieder über die beiden Gesichter und meint dann: „Gott wird immer besser, nicht wahr?“

England

Sherlock Holmes und Dr. Watson gehen auf Campingtour. Sie packen ihre Ausrüstung aus, bauen ihr Zelt auf, kochen und essen zu Abend. Dann teilen sie sich einen Brandy und gehen schlafen. Einige Stunden später wacht Holmes plötzlich auf und schüttelt seinen Kollegen aus dem Schlaf. "Watson, schauen Sie mal hoch und sagen Sie mir, was Sie sehen". Watson antwortet: "Ich sehe Millionen von Sternen, Mr. Holmes". "Was sagt Ihnen das, Watson?"
Watson denkt eine Minute lang nach: “Astronomisch gesehen sagt es mir, dass es Millionen von Galaxien und wahrscheinlich Milliarden von Planeten gibt. Astrologisch beobachte ich, dass Venus im Zwilling steht. Hinsichtlich der Stellung der Sterne schließe ich, dass es Viertel nach drei ist. Theologisch betrachtet ist es offensichtlich, dass Gott allmächtig ist und wir in der Herrlichkeit des Universums klein und unbedeutend sind. Meteorologisch schätze ich, dass wir morgen einen schönen Tag haben werden. Und: Was sagt es IHNEN?"
Holmes schwieg einen Moment und meinte dann: "Watson, Sie Idiot! Jemand hat unser Zelt geklaut!"

Dänemark

Ein Italiener, ein Deutscher und ein Däne arbeiten auf derselben Baustelle. Jeden Mittag setzen sie sich gemeinsam ganz oben auf das oberste Gerüst, um ihre Brotzeit zu essen.
Eines Tages öffnet der Italiener, Mario, seine Brotzeittasche, sieht hinein und schreit laut: "Pizza! Nicht wieda. Ich hassa Pizza!“ Der Deutsche, Wolfgang, öffnet seine Brotzeittasche und schreit: „Ach nein! Wieder Sauerkraut. Ich hasse Sauerkraut!“. Und der Däne, Jens, öffnet seine Brotzeittasche und sagt: „Wieder Leberpastete. Ich hasse Leberpastete!“
Am nächsten Tag öffnet Mario wieder seine Brotzeittasche: „Que gazi fai, Pizza, sempre Pizza! Wenn ich morgen wieder Pizza bekomme, dann springe ich hinunter." Wolfgang schaut auf seine Brotzeit: „Sauerkraut, immer wieder Sauerkraut! Wenn ich morgen wieder Sauerkraut bekomme, dann spring ich hinunter!“ Der Däne Jens öffnet seine Brotzeittasche und sagt: „Wieder Leberpastete! Wenn ich morgen wieder Leberpastete bekomme, dann springe ich hinunter!“Am nächsten Tag sitzen sie wieder auf dem Gerüst. Mario packt seine Brotzeittasche aus und schaut hinein: „PIZZA!“ Und er springt hinunter ... „AARRGH!“ Wolfgang schaut in seine Brotzeittasche: „SAUERKRAUT, ZUM DONNERWETTER!“ Er springt auch hinunter. Dann öffnet Jens seine Brotzeittasche: „Leberpastete!“ Und er springt hinunter.
Die drei Freunde werden gemeinsam beerdigt. Als sich die Witwen treffen, klagt die Italienerin: „Ich verstehen nicht. Ich hab ihm sogar Pizza gemacht, sein Lieblingsessen!“ Die deutsche Frau sagt: „Unbegreiflich. Ich versteh es nicht. Mein lieber Wolfi. Und das an einem Tag, an dem ich ihm sein Lieblingsessen gemacht habe - Sauerkraut!“ Und die dänische Witwe sagt: „Ich verstehe es auch nicht. Jens hat sich seine Brotzeit selbst gemacht - wie immer.“

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