TOPAZ 7. Ausgabe 2003
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Den Olympischen Geist weitertragen
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Wie ich Schnecken schätzen lernte
Das heilige Köln - mittelalterliche Mauer unter astrologischem Einfluss?
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Den olympischen Geist weitertragen

Die olympische Waffenruhe bringt Frieden in alle Länder

In den griechischen Stadtstaaten der Antike galt während der olympischen Spiele Waffenruhe als heiliges Prinzip, das von allen respektiert wurde. Viele hundert Jahre später, im 21. Jahrhundert, hat das Internationale Olympische Komitee erklärt, dass die antike Idee der olympischen Waffenruhe, eines der wesentlichen Prinzipien des olympischen Geistes, mit dem Ziel wiederbelebt werden soll, den Frieden in der Weltbevölkerung zu fördern und die Menschenwürde zu bewahren. Nächstes Jahr, 2004, finden die Olympischen Spiele in Griechenland statt, an der Stätte ihres Ursprungs.
Theodora Papanastassatou, Lehrerin für Griechisch und Geschichte am Gymnasium Louthraki (ca. 80 km von Athen entfernt), nahm diese Gelegenheit zum Anlass, ein Projekt für Schulkinder ins Leben zu rufen, das auf den fünf Farben der Olympischen Ringe basiert und die olympischen Prinzipien fördern und den Dialog und die Freundschaft zwischen verschiedenen Ländern und Kulturen anregen soll. Topaz interviewte Theodora, um mehr über das Projekt zu erfahren.

Topaz: Wie kamst Du auf die Idee für dieses Projekt?

Theodora: Wenn man sich an die einfachen Dinge hält, können manchmal die großartigsten Sachen passieren. Ich versuche, eine Lehrerin zu sein, die der nächsten Generation die Gelegenheit bietet, über das Alltägliche hinauszuwachsen, damit sie die wahren Werte menschlichen Lebens finden kann. Ich bin davon überzeugt, dass man jungen Leuten einige wenige Wahrheiten und Werte präsentieren muss, mit denen sie dann arbeiten und wundervolle Dinge schaffen können. Für dieses Projekt habe ich Eigenschaften, die mit den olympischen Farben assoziiert werden können, mit wesentlichen menschlichen Werten kombiniert. Farben sind sehr anziehend für uns Menschen und haben eine einigende Wirkung, denn ein Grieche sieht das gleiche Blau wie ein Chinese, und menschliche Werte sind das Bindeglied der Menschheit durch die Geschichte hinweg. Die Farben und Werte kommen in den fünf Ringen der Olympischen Flagge zusammen. Als ich meinen Kollegen und Schülern die Idee zu diesem Projekt vorstellte, waren sie sofort begeistert und wir arbeiteten einen Projektvorschlag über Erziehung im Olympischen Geiste aus, reichten ihn beim Erziehungsministerium ein und das Projekt wurde im Dezember letzten Jahres bewilligt. Die Werte, die wir mit den Farben verbinden, sind: das Prinzip der WAFFENRUHE, weltweiter FRIEDE, FAIR PLAY, FREUNDSCHAFT zwischen Menschen und der Aufruf zum MITMACHEN.

Topaz: Warum wird das Projekt vom Erziehungsministerium unterstützt?

Theodora: Das Erziehungsministerium sponsort Projekte, die mit der Förderung der olympischen Ideale zu tun haben, und lud Schulen ein teilzunehmen. Wir wählten die Bereiche der Waffenruhe und des Friedens, weil wir denken, dass unsere Welt diese Werte mehr und mehr braucht. Unsere Jugendlichen haben zu diesem Thema eine Menge zu sagen, denn die Welt von Morgen wird ihnen gehören, und sie verdienen eine bessere Umwelt. Zwei Grundschulen und zwei weiterführende Schulen aus unserer Umgebung nehmen an dem Projekt teil, insgesamt 600 Kinder, wovon 200 Schüler jede Woche an dem Projekt arbeiten. Wir sind bisher überrascht von der Qualität ihrer Beiträge, der Gedichte, der Zeichnungen und der Aufsätze und ihren tiefen Gefühle gegenüber diesen Themen. Eine 14-jährige Schülerin, Joanna, schrieb zum Beispiel: „Friede ist eine Flamme, die in jedem Menschen brennt, und wir müssen für sie einstehen, um sie am Leben zu erhalten”.

Blauer Ring: WAFFENRUHE;

Weisser Ring: weltweiter FRIEDE;

Roter Ring: FAIR PLAY;

Gelber Ring: FREUNDSCHAFT zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft;

Grüner Ring: Der Aufruf zum MITMACHEN.

Topaz: Welche Aktivitäten werden im Rahmen des Projekts durchgeführt?

Theodora: Eine ganze Reihe verschiedener Dinge. Wir befassen uns mit anderen Kulturen; zum Beispiel malt eine Klasse die Flaggen anderer Nationen. Eine andere Klasse erforscht künstlerische Aktivitäten im Zusammenhang mit den modernen Olympischen Spielen. Und wieder eine andere stellt Bilder aus der Antike zusammen, die antike Sportarten zeigen. Wir haben ein Laufwettbewerb für alle Schüler der Region im Geiste des FAIR PLAY organisiert; mehr als 200 Schüler nahmen daran teil, und es gab über 100 Zuschauer. Kurz vor der Ziellinie reichten sich drei Mädchen die Hand und liefen händehaltend durch das Ziel. Sie hatten sich entschlossen, gemeinsam die Ziellinie zu überqueren, weil sie die Freude an der Teilnahme über den Wunsch, Erster oder Zweiter zu sein, stellen wollten. Wir haben T-Shirts mit den Olympischen Farben und den jeweils damit verbundenen Werten bedruckt. Zusammen mit 400 Schülern haben wir die nahegelegenen Ruinen des Tempels von Heraio besichtigt, der aus dem 8. Jahrhundert vor Christus stammt, sowie Olympia selbst, wo es viel zu entdecken und zu photographieren gab. Wir werden bald eine Ausstellung gestalten, die die Ergebnisse der Aktivitäten zeigt.

Die jüngeren Kinder werden Tänze zu den fünf Farben aufführen, und die Chöre aller Schulen werden Lieder singen. Hierzu ist selbstverständlich die ganze Bevölkerung eingeladen.

Topaz: Können ausländische Schulen an diesem Projekt teilnehmen oder mit euch in Kontakt treten?

Theodora: Wir sind dankbar für jeden Austausch mit anderen Schulen und Vereinen. Wir haben bereits einige Kontakte geknüpft, denn wir würden gerne ein Netzwerk von Schülern bilden, die sich grenzübergreifend über die olympischen Werte austauschen, und vielleicht entstehen daraus auch bleibende Freundschaften und Besuche. Einen Freund in Deutschland, Australien oder sonst wo auf der Welt zu haben heißt, dass man mehr über die verschiedenen Kulturen herausfinden und Respekt und Verständnis aufbauen kann. Somit kann der Wert des Dialogs und die Botschaft des FRIEDENS gefördert werden. Wir senden interessierten Schulen aus dem Ausland gerne Infomaterial und Bilder unserer Aktivitäten und sind selbstverständlich an ihren Aktivitäten interessiert.

Mehr Infos im Internet unter gym-perach.kor.sch.gr.

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