TOPAZ 5. Ausgabe 2002
Willkommen
Die ungesehenen Welten
Die Aura Dusche
Ohne Stress nach Feierabend
Am Ende dieses Lebens
Der Atem des Lebens
Das Theater Chinas
Filmbesprechung: Amélie
Hoffnungsträgerinnen des Frauseins
Eine altehrwürdige Tradition Geschichtenerzählen
Ihr persönlicher Farbtest zur Selbsteinschätzung

Die ungesehenen Welten

Die Welt der Ursachen – Ursprung von Charisma und Ausstrahlung

Sander Funneman, 42 Jahre, ist Leiter der Template Foundation, Niederlande. Schwerpunkt seiner Arbeit sind die Bereiche Bildung und persönliches Wachstum. Vor kurzem erschien sein Buch mit dem Titel „The unseen worlds“ (Die ungesehenen Welten). Das Buch vermittelt eine einfache und doch tiefgreifende Einführung in eine Welt, die wir meist nicht unmittelbar wahrnehmen können, die unsichtbare Dimension des Lebens. Dazu gehören z. B. der große Einfluss elektromagnetischer Strahlungen auf das menschliche Leben und dessen Umwelt. TOPAZ führte ein Gespräch mit Sander Funneman über seine Arbeit und sein Buch.

Topaz: Sie sagen, dass die ungesehenen Welten, über die Sie schreiben, Teil einer anderen, noch nicht entdeckten oder allgemein bekannten Wahrnehmungsebene sind. Wie können wir einen Zugang zu diesen Wirklichkeiten finden?

„Man muß differenzieren: Diese Welten sind ungesehen, aber nicht unsichtbar. Ein gutes Beispiel für das Verhältnis der ungesehenen Welt zur sichtbaren Welt ist das Sehen selbst. Ungefähr 70% aller Rezeptoren des Körpers befinden sich in den Augen. Die Augen sind in der Lage, 10 Millionen unterschiedliche Farbnuancen wahrzunehmen - und wenn man dann noch in Betracht zieht, dass das Licht sich mit einer Geschwindigkeit von 300.000 km pro Sekunde bewegt, kann man nur staunen, wie die Augen bei dieser unglaublichen Geschwindigkeit überhaupt funktionieren und etwas sehen, unterscheiden und aufnehmen können. Was sehen die Augen in einem „Augen-Blick“, das wir nicht sehen? Wir können uns die große Vielfalt an Formen, Farben, Bewegungen und anderen Eindrücken, die das Auge für uns wahrnimmt, kaum vorstellen.
Um die ungesehenen Welten kennenzulernen, sie zu erfahren, reicht es nicht aus, wissenschaftliche Fakten zu sammeln. Wichtige Einblicke gewinnen wir auch durch Erzählungen, Versuche und verschiedenartige Forschungsberichte, und es empfiehlt sich, eigene Studien und Experimente zu betreiben. Auch der Besuch besonderer Orte oder Gegenden auf der Erde, wie z. B. Cornwall oder Ägypten, ist sehr hilfreich, denn dort kann man gut wichtige Aspekte dieser ungesehenen Welten untersuchen und am eigenen Leib erfahren.
Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass kleine Kinder manchmal in die Luft starren oder zeigen, als ob sie etwas betrachten, das wir nicht sehen können? Sehen Kinder etwas anderes? Bei 160 Millionen Rezeptoren liegt es schließlich im Bereich des Vorstellbaren, dass viele Dinge, die das menschliche Auge wahrnimmt, unterhalb einer gewissen Bewusstseinsschwelle bleiben.“

Topaz: Was könnte Ihrer Meinung nach diese Bewusstseinsschwelle sein, von der Sie sprechen? Ist es eine natürliche Schwelle oder eine Barriere, die sich durch die Art, wie man lebt, bildet?

„Ich glaube, die ungesehenen Welten sind ein riesiger Bereich, unendlich größer als unsere physische oder sichtbare Welt. Und gerade diese unsichtbaren Dimensionen des Lebens werden meist ignoriert und nicht verstanden, heutige Kindererziehung kommt gänzlich ohne sie aus. Alle Aspekte unseres Lebens haben hier ihren Ursprung und hier entstehen Gefühlszustände wie Glück, Aufregung, Trauer oder Freude. Hier kann man Antworten auf wichtige Fragen finden: Warum z.B. ist es für ein Liebespaar oft so wichtig, dieselben Dinge - Filme, Bücher oder Musik - zu lieben, die gleichen Urlaubsziele zu bevorzugen, denselben Geschmack für Kleidung oder Mode zu entwickeln etc.
Wenn man sich mit diesen Dimensionen der Wirklichkeit auseinandersetzt, kann sich ein tieferes Verständnis für den Orientierungssinn der Vögel einstellen oder dafür, dass Kinder, die sich regelmäßig berühren, untereinander weniger gewalttätig sind, wie in einer kürzlich durchgeführten Untersuchung zu lesen ist. In diesen ungesehenen Bereiche unseres Daseins können sich Antworten auf die Fragen finden, warum nur 10% unseres Gehirns aktiv sind und was die restlichen 90% für einen Zweck haben könnten; inzwischen gibt es von wissenschaftlicher Seite immer mehr Hinweise darauf, dass diese Teile unseres Gehirns dazu dienen, Intuition, Kreativität und die spirituellen Aspekte des Lebens zu entwickeln.

Alles nimmt im nicht Sichtbaren seinen Anfang - ein Lächeln, Tränen, eine Stimmung, eine neue Idee, Hoffnung, Aufmerksamkeit, Fröhlichkeit, Humor,... - einfach alles. Wenn wir diese verborgene Welt sichtbar machen könnten, so würden wir sehen, dass jeder Gedanke und jedes Gefühl entweder Anziehung oder Abstoßung bewirken und dass jede Bewegung und jeder Klang entweder etwas aussenden oder etwas empfangen. Die Qualität unserer Gedanken und Gefühle beeinflusst unser Leben. Für den einen mag Regen etwas Romantisches darstellen, für jemand anderes ist er vielleicht ein ständiger Ärger, weil er seine Sportaktivitäten im Freien einschränkt, und ein Dritter mag Regen als einen Segen für die Erde wahrnehmen. Die Beschaffenheit und die Entwicklungg unserer inneren Empfindungen und Prozesse ist allerdings nicht wahrnehmbar für andere. Woher kommen eine plötzliche Inspiration, eine Vision oder ein Kreativitätsschub? Man lernt die ungesehenen Einflüsse viel besser kennen, wenn man den Ursprung der Dinge erkundet, und dabei überschreitet unser Verstand die Schwelle allgemein gängiger Wahrnehmung. Aber man muss praktische Beispiele sammeln, die leicht verständlich sind, wenn das ganze Konzept mehr als nur theoretisch oder abgehoben erscheinen soll.“

Topaz: Ich kann mir immer noch schwer vorstellen, was die ungesehenen Welten wirklich sind. Was ist denn so ungesehen an der Welt, die uns umgibt - sagen wir an Pflanzen, Bäumen und Tieren?

„Jeder, der sich ernsthaft damit beschäftigt und etwas Erfahrung gesammelt hat, kann davon berichten, wie schwierig es ist, eine adäquate Übersetzung der Erfahrung in die Linearität unserer Sprache zu finden.
Vielleicht hilft die folgende Erklärung: Die Erde ist von einem elektromagnetischen Feld umgeben, das in Frequenzen schwingt, die im Schnitt bei 7,85 Hz liegen - das entspricht dem Frequenzbereich gewisser Gehirnaktivitäten des Menschen. Deshalb kann sich unser Gehirn auf eine Wellenlänge mit unserer Erde einstimmen. Die Erde ist wie ein riesiger Magnet, der Magnetfelder erzeugt, die weit ins All reichen. Alle Lebewesen auf der Erde richten sich - bewusst oder unbewusst - nach diesem Magnetfeld. Die Flugbahnen der Vögel sind beispielsweise von diesem Magnetfeld abhängig und wenn es schwankt, geraten die Vögel durcheinander. Auch Fische sind auf diese ungesehenen Strömungen des Planeten angewiesen.

Dann gibt es die Strahlungen geladener Partikel von der Sonne, die intensiv auf das Magnetfeld der Erde einwirken. Sehen kann man diese Strahlung im einzigartigen und wunderschönen Schauspiel der Aurora Borealis (siehe Titelfoto –A.d.R.) - auch Nordlicht genannt - um den magnetischen Nordpol und der Aurora Australis um den magnetischen Südpol der Erde. Magnetfelder sind ein Teil des Lebens und durchdringen die Organe und Gewebe aller lebenden Organismen. Die ungesehenen Welten durchdringen alles und sind in allem lebendig, und mit etwas Übung kann man ihre Einflüsse besser wahrnehmen, man kann sie spüren, schmecken, riechen, hören und sehen. In unseren Workshops können die meisten Teilnehmer durch einfache Techniken meist schon beim ersten Mal die verschiedenen Ebenen der menschlichen Aura spüren.“

Topaz: Warum ist es wichtig, über das elektromagnetische Feld der Erde Bescheid zu wissen oder darüber, wie sich Tiere danach richten?

„Im Jahre 1975 entdeckten zwei amerikanische Wissenschaftler, dass sich Mikroben auf den magnetischen Feldlinien der Erde bewegen. In ihrem Körper befinden sich kleine magnetische Kristalle, die sie dazu befähigen, sich auf diesen magnetischen Linien fortzubewegen. Die Forscher fanden heraus, dass es zwei Arten von Bakterien gibt: Die einen orientieren sich in Richtung Südpol und die anderen in Richtung Nordpol. Seitdem fand man ähnliche magnetische Kristalle auch in zahlreichen anderen Tieren: in Fischen, Vögeln, Insekten und Säugetieren. Mittlerweile wurden zahlreiche Artikel in Magazinen veröffentlicht und Bücher über die Art und Weise geschrieben, wie sich die Tierwelt entlang der geomagnetischen Linien in der Luft, im Wasser und auf dem Land bewegt. Wir können annehmen, dass auch der Mensch von diesen Linien beträchtlich beeinflusst wird.

Sie können das ganz einfach selber testen, indem Sie Ihr Bett in eine andere Richtung drehen, um festzustellen, ob und welche Auswirkungen es hat, wenn man beispielsweise mit dem Kopf nach Norden schläft. Vielleicht lindert es Schlaflosigkeit. Aber Sie finden das nur heraus, wenn Sie es ausprobieren. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass sich die Lebensqualität sehr verbessert, wenn man sich bemüht, die ungesehenen Einflüsse, die auf unser Leben wirken, besser zu verstehen. Wir haben im Template Netzwerk eine ausgezeichnete und effektive Bewegungstechnik entwickelt, die wir „Electrobics“ nennen. Dabei handelt es sich um Übungen zur Reinigung und Ausbalancierung der Aura und anderer elektromagnetischer Systeme des Menschen, um Blockaden zu entfernen und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Diese Übungen wirken außerordentlich gut, und die Ergebnisse sprechen für sich selbst.

Nehmen wir beispielsweise Charisma. Charisma kann man nicht sehen, und doch kann fast jeder wahrnehmen, ob eine Person Charisma und Ausstrahlung besitzt. Und so gibt es viele andere Erscheinungen, die nicht physikalisch messbar sind, wie Liebe oder Freundschaft, und doch weiß jeder, dass sie existieren und einen gewaltigen Einfluss auf uns alle haben. Und was wäre die Welt ohne sie?
75% der gesamten Weltbevölkerung glaubt an einen Gott. Ist Gott nicht Bestandteil der ungesehenen Welten, - vielleicht der wichtigste? Bedeutet das nicht auch, dass drei Viertel der Weltbevölkerung an die ungesehenen Welten glaubt?“

Das Interview führte Josina Keuskamp van Schaik, Leiden.

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