TOPAZ 3. Ausgabe 2002
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Neue Wege in der Krebsforschung durch Anwendung natürlicher Gesetzmäßigkeiten

Interview mit Dr. Vladimir Bezrookove

Vladimir Bezrookove Vladimir Bezrookove Ph.D. arbeitet an der Abteilung Molekularbiologie des Medizinischen Zentrums der Universität Leiden über genetische Krebsforschung. Seine Arbeitsergebnisse sind in Fachpublikationen veröffentlicht. Er versucht die Orientierung an natürlichen Gesetzmäßigkeiten in seine wissenschaftlichen Forschungsmethoden zu integrieren. Wir befragten Vladimir zu seiner speziellen Methode.

Das Milieu ist wesentlich

„Unsere Zellen“, fängt Dr. Bezrookove an, „haben so viele Sicherheits- und Reparaturmechanismen, dass es theoretisch unmöglich erscheint, Krebs zu bekommen – und doch passiert es. Die Wissenschaft konzentriert sich in ihrer Arbeit auf die physischen Bereiche des Körpers; in der Hoffnung, Krebsursachen in der DNS selber zu finden, wird weiter im Zellinnern und im Zellkern geforscht. In Krebszellen gibt es auf genetischer Ebene viele Anomalien, mal nur eine einzige Änderung der Basensequenz in der DNS, mal das Verschwinden eines Genanteils oder sogar eines ganzen Chromosoms, was dann die Reparaturmechanismen in einem Zellzyklus stört.“

„Wer Krebs studiert, sieht was dabei herauskommt, wenn ein Gen mutiert oder fehlt. Jedoch, warum geschieht eine spontane Genmutation oder warum verschwinden Genanteile? Dies bleibt die unbeantwortete Frage. Eine Zelle ist ein sehr komplexes Wesen, ein eigenes Universum, und unser genetisches Buch ist sehr komplex. Durch das Human-Genomprojekt haben wir eine leidliche Vorstellung von der Anzahl der menschlichen Gene, allerdings verstehen wir ihr Zusammenspiel nicht. Der Mensch hat die gleiche Anzahl Gene wie bestimmte Pflanzen, aber wir sind schließlich keine Pflanzen!
Gibt es also eine komplexe Verbindung unter den Genen, ein Netzwerk von Frage und Antwort, oder liegt der Schlüssel in der Proteinvielfalt, wie ein neues Wissenschafts-Gebiet vorschlägt, das Proteomics genannt wird? Was aber, wenn noch anderes als die Gene unsere Existenz bestimmt? Gibt es Frage und Antwort auch in den immateriellen, feinstofflichen Bereichen des Lebens?“

„Durch meine Studien in der Template-Foundation in den Niederlanden bin ich zur Ansicht gelangt, dass im besseren Verständnis der elektromagnetischen und energetischen Systeme des Menschen der Schlüssel liegen dürfte. Diese Systeme können von der Wissenschaft nicht greifbar gemessen werden, doch wissen wir von ihrer Existenz, z.B. kennen wir die Energiefelder der menschlichen Aura. Es ist klar, dass eine Pflanze oder ein Tier nicht auf dem gleichen Energieniveau funktioniert wie der Mensch. Zwar haben alle Lebensformen Proteine, doch ist der Mensch verschieden von allen anderen Lebensformen auf der Erde. Zum Beispiel greift der Mensch tiefgreifend in seine Umgebung ein. Wir können bestimmte Milieus herstellen, in der Kälte können wir Wärme erzeugen, bei Unbehaglichkeit Behaglichkeit schaffen. Können wir dann nicht auch innere Milieus erschaffen?
Im Angloamerikanischen spricht man von ‚feeling blue’ oder vom ‚blues’, einer Art Melancholie. Gibt es vielleicht ein Protein im Körper, das einen ‚aus dem Blauen’ heraus niedergeschlagen oder traurig macht? Persönlich wäre ich nicht überrascht, wenn eines Tages eine Substanz im Hirnstoffwechsel nachgewiesen wird, die den Körper mit Depression reagieren lässt oder Müdigkeit, Reizbarkeit etc. hervorruft. Aber könnte es nicht sein, dass wir, wenn wir gute oder schlechte Gefühle in uns erzeugen, ein Milieu schaffen, auf das der Körper mit einer entsprechenden Proteinproduktion reagiert?“

Was wäre, wenn Krebs durch unser selbsterschaffenes inneres Milieu ausgelöst würde? Irgendwo fängt Krebs an, aber wo?
„Ja, wenn sich jemand große Mengen an krebserregenden Substanzen zuführt, löst er wahrscheinlich die Krankheit aus. Hier ist der Zusammenhang eindeutig, wir beeinflussen das innere Milieu durch Stoffaufnahme. Aber neben der Nahrungsaufnahme gibt es noch andere Einflüsse.“ Vladimir sieht Zellen als in einem Milieu verbundene und zusammenlebende Einzelwesen und wundert sich dabei über Dynamik und Verhaltensvielfalt von Karzinomen. „Jedes menschliche Organ hat seine genetisch bestimmte Charakteristik. Krebs aber ist so dynamisch, dass Leute mit dem gleichen Krebstyp nicht unbedingt die gleiche genetische Anomalie teilen. (Die einzige Ausnahme ist Blutkrebs, was uns Tiefgehendes über die Natur des Blutes sagt.) Können wir also sagen, dass verschiedene Ursachen ein gleiches Resultat hervorbringen? Könnte es sein, dass unsere Denkmuster, wie wir unser Leben leben, wie wir Schwierigkeiten begegnen, wie wir reagieren – dass alles das ein inneres Milieu schafft, das wiederum bestimmte Körperreaktionen erlaubt, die Krebs auslösen können? Diese Möglichkeiten versuche ich auf Laborebene zu erforschen.“

Die Rolle von Zahlen und Farbe

Vladimir Bezrookove hat sich auf das kolorektale Karzinom spezialisiert und untersucht, wie natürliche Gesetzmäßigkeiten neue Einsichten in diese Krankheitsform erlauben könnten. „Schauen Sie, ich wende hier Forschungen an, die ich in der Template Foundation unternommen habe. Wenn wir uns mit Milieus beschäftigen, müssen wir die feinen elektrischen Welten und Energien berücksichtigen, Tempi und Frequenzen und die Tatsache, dass jegliche Energie als Farbe gedeutet werden kann. Unsere Forschung hat gezeigt, dass die Natur des Dickdarms blau ist, oder, mit anderen Worten, sein Milieu schwingt auf der gleichen Frequenz wie das Blau des siebenfältigen Spektrums. Blau hat ein spezifisches Tempo und eine spezifische Frequenz, und Darmzellen reagieren und funktionieren vorprogrammiert innerhalb blauer Frequenz. Der Einbruch einer anderen Frequenz in dieses Milieu kann dieses beeinflussen und verändern und damit Ungleichgewicht in der Zellstruktur verursachen.“

„Nun ist es interessant, dass man bei bestimmtem kolorektalem Krebs in mehr als 90% der Fälle eine Mutation im so genannten APC-Gen auf Chromosom 5 findet. Beim Einsetzen von Zahlen und Farben in die Gleichung sehen wir, dass die fünfte Farbe des Spektrums Blau ist! Vielleicht können wir auf die Chromosomen 1 bis 22 plus Geschlechtschromosomen einmal das Farbspektrum von Rot bis Violett projizieren. Chromosom 5 und 12 würden dann mit Blau korrelieren. Und interessanterweise gibt es auch auf Chromosom 12 ein Gen, welches beim Entstehen des Kolorektalkarzinoms involviert scheint! Ist dies nur Zufall?“

Zudem ist es ein Charakteristikum der Kolorektalkrebszellen, dass sie über mehr als 46 Chromosomen verfügen. Vladimir fragte sich also, ob der Körper nicht Zellen repliziert, um die Mutation des abnormen Gens zu kompensieren. Seine Forschungen führen ihn auf neue Gebiete, die noch unter Laborbedingungen untersucht werden müssen.
„Es ist wichtig, dass man neue Theorien und Einsichten gründlich testet, besonders wo es sich um menschliche Gesundheit handelt. Meine Arbeit steht noch am Anfang. In einem weiteren Forschungsgebiet befasse ich mich mit dem Ablauf der Ereignisse beim Krebswachstum. Das Fortschreiten von Krebs ist eine Kettenreaktion von Mutation verschiedener Gene, notwendigerweise müssen wir studieren, welche Gene mutieren und warum.
Wenn wir effektiv Fortschritte in der Krebsbehandlung finden wollen, müssen wir eben Ursachen und Entwicklung verstehen. Dann können wir auch wissenschaftlicher als bisher an die Prävention herangehen.“

„Wir kennen sehr wohl das Resultat, wenn bestimmte Gene mutieren, aber wir müssen die Abfolge der Prozesse verstehen lernen, die zu diesem Resultat führen. Zufallstests haben gezeigt, dass viele Gene in diese Prozesse verwickelt sein können, aber wir wissen noch nicht, was woraus folgt. Durch die hier vorgestellte neue Herangehensweise erhoffe ich mir ein besseres Verstehen der Abläufe bei Tumorentstehung und -entwicklung auf genetischer Ebene.“

Vladimir hofft, dass seine Arbeit deutlich macht, wie wichtig ein weitreichendes Studium der elektromagnetischen Bereiche des Menschen ist.
Dabei ist das physische Erscheinen der Krebsgeschwulst nur ein Symptom von Vorgängen in Bereichen, die der wissenschaftlichen Messung nicht so ohne weiteres offen stehen. Es bedarf eines viel umfassenderen Verständnisses der Begriffe von Umwelt und Milieu bei der Erforschung der Innen- wie der Außenwelt.

Ausblick

Ich fragte Vladimir, wie er die Zukunft seines Forschungsgebiets einschätzt, und er erklärte, dass die Wissenschaft zunehmend verzweifelter wird. „Den Code haben wir geknackt, das menschliche Genom – aber was nun? Hilft das uns bei der Bewältigung der allgemein menschlichen Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind? Wir können die Gene besser verstehen. Ist aber das Verständnis dessen, was jenseits der Gene liegt, nicht wichtiger?“

Das Interview wurde von Marion Verweij, Niederlande, geführt.

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