TOPAZ 2. Ausgabe 2001
Willkommen
Das World Mosaic of Sound
Raum für zukunftsorientierte Kreativität
Entwicklung eines Tierasyls
Wissenschaft der Intelligenz
Eine wundersame Physikprüfung... Oder ein Stück spiritueller Intelligenz?
Filmbesprechung
Immunitäts-Steigerung
Desiderius Erasmus
Refugium - Ein Garten der Linderung

Das „Refugium“, ein Garten der Linderung

Ein Garten mit lindernder Wirkung bei psychischen und mentalen Traumata, Schädelhirntrauma, Epilepsie und Depression.

Viele Menschen suchen ihren Garten auf, um sich zu entspannen und zu erholen, und dies geschieht seit vielen Jahrhunderten auf der ganzen Welt. Zudem ist bekannt, dass viele Pflanzen therapeutische Eigenschaften haben, bei vielen unterschiedlichen Krankheiten.

Doch nur selten werden Gärten speziell und wissenschaftlich fundiert für die Behandlung von Krankheit und Trauma entworfen. Der hier vorgestellte Garten wurde für den natürlichen Heilungs- und Erholungsprozess schädelverletzter Patienten entworfen, kann aber auch bei anderen Krankheiten als heilsames Umfeld dienen. Er ist ruhiger Hafen zur Erholung, Ruhe und Erneuerung.

Derzeit entsteht er als Teil der Außenanlagen eines im Neubau befindlichen Rehabilitationszentrums in Orbetello, Italien. In abgewandelter Form könnte er auch in Krankenhäusern als integrierter Bestandteil der Genesungsförderung gebaut werden. Das Gestaltungskonzept beruht auf einer intensiven Erforschung der menschlichen Gehirnfunktion, die sich nicht nur auf rein physische Aspekte bezieht.

Es ist allgemein bekannt, dass das Gehirn mit sehr kleinen, wenn auch manchmal sehr starken, elektromagnetischen Mikrosignalen arbeitet, die verschiedene Neuronen, "Schaltkreise" und "Verdrahtungen" passieren, die jeder Mensch individuell aufbaut. Dies geschieht durch die Erfahrungen, die er macht, und durch die Entscheidungen, die er trifft. Daraus entstehen dann die Denkmuster, die das menschliche Verhalten beherrschen.

Diese Schaltkreise innerhalb der Abermillionen miteinander verbundenen Nervenzellen sind die Empfänger und Filter, durch die wir etwas erkennen oder z.B. gewissen Ideen, Vorstellungen und Eindrücken Aufmerksamkeit schenken. Wird das Gehirn geschädigt, sei es durch physische Verletzung oder durch psychosomatisches, psychisches, mentales Trauma oder Depression, denn diese bedeuten eine Verletzung für das Gehirn, dann kann es nicht mehr die gleiche Menge Stimuli verarbeiten wie im Normalzustand.

Das Gehirn besitzt nicht nur die Fähigkeit, die Vorgänge im menschlichen Körper zu regulieren, sondern auch sich selbst, seine zahllosen internen Arbeitsprozesse. Nehmen wir einmal an, ein Gehirn arbeitet normalerweise mit achtzigprozentiger Auslastung. Plötzlich kommt es zu einem Trauma oder eine Depression stellt sich ein, oder es wird überflutet von Sorgen oder Schmerz über eine Trennnung. Dann kann das Gehirn "zumachen" und nur noch mit der Hälfte seiner früheren Kapazität arbeiten, in unserem Beispiel mit 40%. Die anderen 40% der Energie müssen neutralisiert werden, da sie nicht mehr verarbeitet werden können, weil Leistungsfähigkeit und Ausdauer verglichen mit dem Zustand vor der Schädigung gemindert sind.

Das Gehirn, das Mikrosignale durch seine eigenen Schaltkreise von einem Teil zum anderen leitet, zerstreut dann diese Signale, so dass sie nicht länger in Schaltkreisen wandern. In Fällen von Schock und Trauma wird so das Problem verschärft, denn jegliche weitere elektromagnetische Aktivität, zu der das Gehirn durch innere und äußere Stimulation angeregt wird, kann nicht mehr gespeichert und eingeordnet werden. Es kommt zu Blockaden.

Ein Signal, das nicht gespeichert werden kann, ist nutzlos und beginnt, toxisch zu wirken, ähnlich wie Unverdautes im Verdauungsprozeß. Es entstehen Toxine, wenn Nahrung wegen Verstopfung nicht weitertransportiert werden kann. Analog entstehen Toxine im Gehirn. Dieser toxische Faktor ist ein Hauptproblem für Patienten, die sich von Hirnoperationen oder –verletzungen oder Depressionen erholen.

Nun versucht das Gehirn, diesen toxischen Faktor auszustoßen, und zwar buchstäblich vom Kopf Richtung Fuß, entlang den Meridianen des polaren menschlichen Energiesystems, welches in Nord-Süd-Richtung verläuft. Das heißt, diese Energietoxine können durch die Füße, die Hauptauslasspunkte des Körpers für Entladung elektromagnetischer Energie, ausgeschieden und geklärt werden.

Der "Refugium"-Garten soll ein Ort der Ruhe und Entspannung sein, wo diese Toxine beseitigt werden, und je mehr Toxine beseitigt werden können, desto schneller kann sich das Gehirn reparieren, wiederaufbauen und heilen.

Es ist besonders alarmierend, dass viele Hirnverletzte als direkte Verletzungsfolge auch an epileptischen Anfällen leiden. Diese könnten durch unzureichende Entgiftung aufgestauter, unverarbeiteter Stimulation verursacht sein, der sich der Körper mit in manchen Fällen gewaltsamen Anfällen oder Zuckungen entledigt. In diesem Zusammenhang überrascht die Erkenntnis von Epileptikern nicht, dass zu viel Stimulation, wie starke Blinklichter, einen Anfall auslösen kann, manche berichten auch von einem Überflutungsgefühl vor dem Anfall.

Orbetello, ItalyWeiterhin ist bedeutsam, daß die Person regrediert, wenn ihr Gehirn bei reduzierter Kapazität von beispielsweise 40% arbeitet, d.h. sie fällt in den Kindheitszustand zurück, in dem das Gehirn während seiner Entwicklung zuletzt mit dieser Kapazität, 40%, gearbeitet hat. Farbe fasziniert und begeistert Kinder, denn Farbe spielt eine sehr bedeutsame und natürliche Rolle in der Prägephase des Gehirns. Daher kann das geschädigte Hirn seine Reparatur und seinen Wiederaufbau durch erneutes Erlernen des angemessenen Gebrauchs von Farben beginnen. Das Gehirn wird sich der Farben bewusst sein, mit denen es sich wieder beschäftigen muss, und wird ebenfalls wissen, welche seiner Farbschaltkreise beschädigt wurden.

Farbe im Genesungsprozess ist rundum wichtig, und der gesamte Garten der Linderung hat eine spezifische Farbanordnung, damit die Patienten inmitten der umgebenden Wände unter den selbstgewählten Farben sitzen können. Die therapeutischen und beruhigenden Einflüsse einzelner Farben und Farbgruppierungen auf das Gehirn sind bekannt.

Ebenso ist es sehr wichtig, dass im Genesungsprozeß das Gehirn beginnt das Nervensystem zu stimulieren und nicht umgekehrt das Nervensystem das Gehirn. Darum ist der gesamte Garten so gestaltet, dass er beruhigend aufs Nervensystem wirkt und so den Heilungsprozeß zusätzlich fördert.

Das Gehirn hat für eine gewisse Zeit eine außergewöhnliche und erstaunliche Selbstheilungskraft, jedoch, außer in extremen Ausnahmefällen, kann der Prozess sehr langsam sein oder überhaupt nicht stattfinden, wenn die Patienten sich nicht in einer Umgebung wiederfinden, die dem natürlichen Genesungsvorgang förderlich ist.

Deshalb wurde der Garten der Linderung entworfen, um ein natürliches Umfeld zu schaffen, in dem das Gehirn sich erholen und wieder einrichten kann. Im ersten Garten dieser Art in Orbetello wurde diese Vision Realität.

Trevor Muir eröffnete 1991 ein Architekturbüro in Nottingham.
Er erhielt verschiedene Auszeichnungen und seine Interessenschwerpunkte sind Sakralbauten und die Gestaltung heilsamer Umgebungen

Copyright © 2001-2020 Topaz Verein, 57639 Udert/Rodenbach. Alle Rechte vorbehalten.